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Kirche

  • In diesem Hause will ich meinen Namen wohnen lassen ewiglich

    2. Könige 21,7

  • Kirchhofstor

  • St. Georg

  • Blick zur Friese-Orgel

  • Triumpfkreuzgruppe

  • Taufe Jesu

  • Innenansicht Altar

  • Wappen auf dem Beichtstuhl

  • Abendmahlszene am Altar

  • Arkadenbögen Südseite

Offene Kirche

Die Kirche ist von Mai bis September tagsüber von ca. 10 bis 16 Uhr geöffnet. Der Schlüssel ist ansonsten beim Bäcker nebenan oder im Pfarrhaus erhältlich. Parallel zur offenen Kirche gibt es einen kleinen Stand mit gebrauchten Büchern zum Verkauf.

 

Die Kirche

Der Backsteinbau der Kirche stammt aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, der Zeit des Überganges von der Romanik zur Gotik. Repräsentativ für den Fürstensitz wurde die Kirche als Basilika mit vier Jochen und leicht eingezogenem Chor ausgeführt. Die ehemals vorhandenen Seitenschiffe lassen sich noch an den geschlossenen Arkaden erkennen. Die Chorostwand wird durch eine Dreifenstergruppe, der Giebel durch ansteigende gepaarte Spitzbogenblenden beherrscht.

1361 wurde der Bau des mächtigen quadratischen Turmes vollendet. Über seinen vier blendengeschmückten Giebeln bildet ein achtseitiger Helm den oberen Abschluss. Das Kirchturmdach wurde 1992 neu eingedeckt. Das Westportal wurde im 19. Jahrhundert erneuert.

Im Inneren hat der Chor ein Kreuzgratgewölbe, das Schiff hingegeben eine Balkendecke. Der spitzbogige Triumphbogen trennt diese beiden Bauteile voneinander. Die zweijochige Sakristei wird ebenfalls von einem Kreuzgratgewölbe überdeckt.

1986 erfolgte eine Neuverglasung der gotischen Bleiglasfenster.

 

Die Ausstattung

Der barocke Altar stammt aus dem Jahre 1703. Über dem Abendmahlsgemälde in der Predella befindet sich im Hauptgeschoss ein plastisches Kruzifix vor einer gemalten Darstellung Jerusalems. Die seitlichen Figuren stellen Mose und Aaron dar.

Etwa die gleiche Entstehungszeit gilt für die Kanzel. Auf dem Triumpfbalken befindet sich die spätgotische Triumphkreuzgruppe mit zwei weiteren Engeln. Aus dem Jahre 1868 stammt die Orgel von dem Schweriner Orgelbaumeister Friese. Gleichzeitig entstanden auch die Westempore und das Gemeindegestühl. Die neue Taufe aus dem Jahre 1991 ist aus veronesischem Marmor.

Seit 1980 fanden Maßnahmen zur Freilegung und Restaurierung der Wandmalereien aus den verschiedenen Epochen statt. So finden sich an der Nordwand Darstellungen um 1400, an der Südwand u.a. biblische Szenen und plattdeutsche Inschriften von 1584 wieder. Von der barocken Ausmalung stammen die Heiligenfiguren am Obergaden und der Schiffsostwand sowie die Ausmalung im Chor und Triumphbogen.

 

Die Geschichte

Der Wallberg in Neuburg zeugt von der einstigen Bedeutung des Ortes in der Geschichte Mecklenburgs. Im Jahre 1171 wird die Burg bereits als Nachfolgeburg der Landesburg Ilow genannt. Ihre Errichtung ist Johann I. von Mecklenburg, auch als Johann der Theologe bekannt, zu verdanken. Mit dem Umzug der Fürsten nach Wismar wurde sie dann aufgegeben. Bereits 1331 diente der Burgwall als Ackerland.
Frühzeitig existierte neben der Burg auch eine Kirche, die somit zu den ältesten Dorfkirchen Mecklenburgs gehört. Bereits 1219 wird der Priester Friedericus de Nienborch (Neuburg) als Zeuge in der Gründungsurkunde des Klosters in Neukloster erwähnt.
1229 erhält die Neuburger Kirche eine Tochterkirche in Dreveskirchen, deren völlige Abtrennung im Jahre 1318 erfolgte. 1306 ging durch Landtausch zwischen dem Fürsten und dem Doberaner Kloster auch das Patronat der Kirche Neuburg und ihrer Tochterkiche an das Kloster Doberan über. Im Zuge der Säkularisation und der Auflösung des Klosters übernahm der Landesherr wieder die Patronatsherrschaft.

(Text: Matthias Hoxbergen)